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  BilMoG – Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz

Seit September 2007 verfügt die BLC über zertifizierte Rating-Kompetenz. Während sich die KMU’s den vielfältigen Herausforderungen des Rating stellten und z.B. die Genossenschaftsbanken mit MIND ein Werkzeug geschaffen, welches Unternehmer, Banken und Berater integriert, ging plötzlich ein neuer Begriff durch die Presse: „Subprime!“.

In den ersten beiden Quartalen 2008 hat so manche Bank Subprime-Verluste verkündigen müssen. Anderen Banken, die nicht direkt in solchen Märkten engagiert waren, ist für einzelne Derivate einfach der Markt abhanden gekommen. In diesem Zusammenhang musste dann die eine oder andere Bank schon einmal eingestehen, dass die volle Basel-II-Fähigkeit wahrscheinlich erst im Laufe des Jahres 2010 erreicht werden wird. In der Praxis bedeutet dies für KMU’s, dass die Ablehnung eines Finanzierungsantrags einzig und allein bankinterne Gründe haben kann, und daher die Zweitbank immer wichtiger wird.

Doch damit nicht genug, weitere gravierende Einschnitte stehen bevor. Vom BilMoG wurde im Mai 2008 der Regierungsentwurf verabschiedet. Dieses Gesetz ändert 29 Gesetze und Verordnungen. Mit Beginn des Jahres 2009 kommt das Ende der Einheitsbilanz. Die Ergebnisse nach Handelsrecht und nach Steuerrecht werden nicht mehr die gleichen sein. Zusätzliche Begrifflichkeiten, Verzeichnisse und Wirkungen werden die Handlungen der bilanzierenden Unternehmen beeinflussen.

In wie weit hier tatsächlich eine „kostengünstige“ Alternative zu den IFRS geschaffen wird, ist fraglich. Zumindest hat der Regierungsentwurf die eine oder andere IFRS-Regel aus dem Referentenentwurf wieder „kassiert“. Auf der anderen Seite bekommt manche Regelung des BilMoG einen Sinngehalt, wenn man berücksichtigt, dass Kommunen und deren Regiebetriebe, aber auch Eigenbetriebe, inzwischen Rechnungslegung quasi nach dem Handelsrecht betreiben.

Die Diskontierung von Rückstellungen, die Aktivierung von mehr immateriellen Vermögensgegenständen oder die Einführung aktiver latenter Steuern bei Verlustvorträgen wird von vielen als „Bilanzkosmetik“ betrachtet und hilft vielleicht der „öffentlichen“ Hand mehr als den KMU’s.

Eines bleibt aber: Es gibt neue Spielregeln – wer weiter mitspielen möchte, der muss die Regeln kennen, sonst kann er nicht gewinnen.

 
     
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